Charvel Pro-Mod DK22 SSS - Umbau
Baujahr: 2021
Gewicht: 3,4 kg
Herkunft: Mexico
Meine "Most Modern Vintage Strat"
Wer mich kennt, weiß, dass ich eine Schwäche für Gitarren habe, die klassische Konzepte mit modernen Ideen verbinden. Ich liebe den Klang alter Instrumente, möchte aber bei Spielkomfort, Zuverlässigkeit und Verarbeitung keine Kompromisse eingehen. Genau aus diesem Grund hat mich die Charvel Pro-Mod DK22 SSS vom ersten Moment an fasziniert. Das Interessante dabei ist: Diese Gitarre gibt es heute noch nahezu unverändert zu kaufen. Deshalb möchte ich gleich zu Beginn eines klarstellen: Die DK22 ist bereits im Serienzustand eine wirklich gute Gitarre. Viele der Eigenschaften, die ich an ihr so schätze, bringt sie bereits ab Werk mit. Trotzdem habe ich sie im Laufe der Zeit Schritt für Schritt an meine persönlichen Vorstellungen angepasst. Nicht, weil die Serienausstattung schlecht gewesen wäre, sondern weil ich aus einer ohnehin schon sehr guten Gitarre mein persönliches Ideal entwickeln wollte.
Charvel gehört zum Fender-Konzern
An dieser Stelle möchte ich noch einen Punkt offen ansprechen. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass Charvel heute zum Fender-Konzern gehört. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen juristischen Auseinandersetzungen um S-Style-Gitarren in Europa halte ich es für wichtig, das nicht zu verschweigen. Auch wenn auf der Kopfplatte "Charvel" steht, stammt dieses Instrument letztlich aus demselben Unternehmen. Die klassische Fender-Kopfplattenform wird hier sogar offiziell in Lizenz verwendet – der entsprechende Hinweis findet sich auf der Rückseite des Headstocks. Meine Begeisterung für die DK22 ist deshalb ausdrücklich keine Distanzierung von diesem Zusammenhang, sondern bezieht sich ausschließlich auf das Instrument selbst und seine konstruktiven Eigenschaften. Über die aktuelle Strategie des Unternehmens kann und darf sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Vom sehr guten Serieninstrument zur persönlichen Traum-Strat
Obwohl mich die DK22 bereits im Werkszustand begeistert hat, gab es einige Punkte, die ich konsequent an meine eigenen Vorstellungen angepasst habe. Dabei war mein Ziel nie, möglichst viele hochwertige Teile zu verbauen oder aus Prinzip Geld in Upgrades zu investieren. Ich versuche bei jeder Gitarre möglichst genau zu überlegen, welche Änderung meinen persönlichen Spielkomfort tatsächlich verbessert. Manche Umbauten sind deshalb technisch begründet, andere eher optischer Natur und wieder andere entstanden einfach aus Neugier. Am Ende sollte jedoch alles einem Ziel dienen: Eine moderne Strat mit Vintage-Charakter, die sich kompromisslos nach meinen Vorstellungen spielt.
Kosmetische Veränderungen
Nicht jeder Umbau verändert den Klang einer Gitarre. Manche Änderungen sorgen schlicht dafür, dass sich ein Instrument im Alltag besser anfühlt oder optisch genau den eigenen Vorstellungen entspricht. Gerade diese kleinen Details werden oft unterschätzt. Für mich sind sie jedoch der Grund, warum ich eine Gitarre auch nach vielen Jahren noch genauso gerne in die Hand nehme wie am ersten Tag.
PRS Silver Sky Switch Cap
Vermutlich ist dies das Upgrade, das man am ehesten als überflüssig bezeichnen könnte. Und trotzdem würde ich es jederzeit wieder verbauen. Zum ersten Mal habe ich diese Schalterkappe auf einer Gitarrenmesse am PRS-Stand entdeckt. Schon damals war ich überzeugt, dass dieses Design der klassischen Strat-Kappe überlegen ist. Natürlich ist das Geschmackssache. Ich finde sie nicht nur optisch gelungener, sondern auch funktional angenehmer. Gerade auf der Bühne lässt sich der Schalter durch die Form wesentlich präziser bedienen. Inzwischen besitzen alle meine Gitarren mit Fünf-Wege-Schalter diese Kappe – entweder in Schwarz oder Weiß. Für mich gehört sie mittlerweile einfach dazu.
PRS Silver Sky Potiknöpfe
Ähnlich verhält es sich mit den Potiknöpfen der PRS Silver Sky. Fast zehn Euro pro Knopf sind sicherlich kein Schnäppchen. Trotzdem gefallen sie mir einfach besser als klassische Strat-Knöpfe. Sie wirken hochwertig, liegen angenehm in der Hand und passen für meinen Geschmack perfekt zum Konzept dieser Gitarre. Interessanterweise blieb sogar der dritte Knopf nicht ungenutzt. Dafür habe ich bereits eine Idee umgesetzt – dazu wird es allerdings später noch ein eigenes Video geben.
Schaller S-Locks
Über Schaller S-Locks muss ich eigentlich gar nicht mehr viele Worte verlieren. Sie gehören inzwischen an jede meiner Gitarren. Ebenso sind sämtliche Gitarrengurte entsprechend ausgerüstet. Für mich gibt es kaum ein Upgrade, das mit so wenig Aufwand für so viel Sicherheit sorgt. Gerade wenn man regelmäßig live spielt, möchte ich darauf nicht mehr verzichten.
Warum ausgerechnet die DK22?
Jeder Gitarrist hat bestimmte Details, auf die er besonders achtet. Manche kaufen eine Gitarre wegen der Pickups, andere wegen der Farbe oder des Holzes. Bei mir war es tatsächlich eine Kombination aus mehreren konstruktiven Besonderheiten. Der erste Blick fiel sofort auf den angewinkelten Bridge-Pickup. Während nahezu jede Stratocaster den Steg-Pickup in derselben Ausrichtung verbaut, geht Charvel hier einen anderen Weg. Der Pickup ist genau so montiert, wie man ihn von Jimi Hendrix kennt: Auf der Bassseite sitzt er etwas weiter vom Steg entfernt, auf der Diskantseite etwas näher. Das klingt zunächst nach einem kleinen Detail, hat aber durchaus Auswirkungen. Die tiefen Saiten wirken etwas voller und runder, während die hohen Saiten ihre Direktheit und ihren Biss behalten. Gerade der Bridge-Pickup, der bei vielen Strats häufig etwas dünn oder schrill wirkt, gewinnt dadurch deutlich an Charakter. Allein dieses Detail war für mich bereits ein starkes Kaufargument. Mindestens genauso begeistert hat mich allerdings der Hals. Ich habe im Laufe der Jahre viele hervorragende Gitarren gespielt – von Vintage-Instrumenten bis hin zu modernen High-End-Modellen. Der Hals der DK22 gehört für mich trotzdem zu den angenehmsten überhaupt. Das liegt nicht nur am Profil selbst, sondern am gesamten Konzept. Der Roasted-Maple-Hals fühlt sich unglaublich hochwertig an und bleibt dank der matten Oberfläche jederzeit angenehm griffig. Selbst an langen Probentagen oder auf warmen Bühnen entsteht nie das Gefühl, dass die Hand am Lack "kleben" bleibt. Zusammen mit dem Compound-Radius ergibt sich eine Bespielbarkeit, die mich bis heute begeistert. Akkorde in den tiefen Lagen fühlen sich natürlich an, während Bendings und Soli in den hohen Lagen nahezu mühelos gelingen. Hinzu kommen die Glow in the Dark Side Dots. Wer ausschließlich zu Hause spielt, wird dieses Detail vermutlich kaum beachten. Auf einer dunklen Bühne sieht das allerdings völlig anders aus. Gerade wenn das Licht wechselt oder die Bühne nur schwach ausgeleuchtet ist, erleichtern die leuchtenden Griffbrettmarkierungen die Orientierung enorm. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, gehört für mich inzwischen aber zu den Features, die ich wirklich vermisse, sobald ich eine andere Gitarre in die Hand nehme. Auch der Korpus unterscheidet sich von einer klassischen Strat. Die Dinky-Bauform fällt etwas kompakter aus und trägt sich dadurch ausgesprochen angenehm. Natürlich ist die Gitarre dadurch auch leichter, aber für mich geht der Vorteil über das reine Gewicht hinaus. Der kleinere Body fühlt sich einfach direkter an. Interessanterweise haben auch Musiker wie Cory Wong oder Nile Rodgers bei ihren Signature-Modellen auf einen etwas kompakteren Strat-Korpus gesetzt und begründen dies unter anderem mit Spielgefühl und Resonanzverhalten. Ob sich das wissenschaftlich messen lässt, möchte ich gar nicht beurteilen. Ich kann lediglich sagen, dass sich die DK22 unglaublich lebendig anfühlt und auf jede Nuance des Anschlags unmittelbar reagiert. Genau dieses direkte Spielgefühl begeistert mich bis heute. Auch elektronisch unterscheidet sich die DK22 deutlich von einer klassischen Stratocaster. Charvel verbaut bereits ab Werk 500-kΩ-Potentiometer, einen Super Switch und eine Schaltung, die man in dieser Form nur selten findet. Besonders spannend ist dabei die zweite Schalterposition. Während bei einer traditionellen Strat Bridge- und Middle-Pickup parallel arbeiten, werden sie bei der DK22 in Serie verschaltet. Das Ergebnis ist ein deutlich kräftigerer Sound mit mehr Mitten und höherem Output. Fast schon humbuckerartig – aber eben nicht ganz. Für mich gehört diese Schalterposition inzwischen zu den interessantesten Sounds der gesamten Gitarre. Sie eignet sich hervorragend für angecrunchte Rhythmusgitarren, Blues oder Rock und erweitert das klassische Strat-Konzept um eine Klangfarbe, die ich heute nicht mehr missen möchte. Schon bevor ich den ersten Umbau vorgenommen hatte, war deshalb klar: Die DK22 bringt nahezu alles mit, was ich mir von einer modernen Strat wünsche. Trotzdem gab es einige Punkte, die ich noch weiter verbessern wollte.
PLEK – Das wichtigste Upgrade überhaupt
Bevor überhaupt ein einziges Ersatzteil verbaut wurde, musste zunächst das eigentliche Problem der Gitarre gelöst werden. Inzwischen hatte ich insgesamt vier verschiedene Charvel Pro-Mod Modelle in den Händen – sowohl DK22 als auch DK24. Zu meiner Überraschung hatten alle vier Instrumente dasselbe Problem. Die Bundierung war schlicht nicht auf dem Niveau, das ich in dieser Preisklasse erwartet hätte. Ob die Bünde bereits ab Werk nicht perfekt eingesetzt wurden oder ob sich das Holz nachträglich noch etwas gesetzt hat, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Fest steht lediglich, dass sich alle vier Gitarren erst nach einer professionellen Bundbearbeitung wirklich so spielen ließen, wie ich es von einem Instrument dieser Qualität erwarte. Deshalb ließ ich die komplette Gitarre inklusive Sattel per PLEK abrichten. Rückblickend war das mit Abstand die sinnvollste Investition an der gesamten Gitarre. Erst danach konnte sie ihr eigentliches Potenzial vollständig entfalten.
Graph Tech Ratio Locking Tuner
Der nächste Umbau begann eigentlich mit einem kleinen Fehlkauf. Ich hatte versehentlich die Non-Staggered-Version der Graph-Tech-Ratio-Locking-Tuner bestellt. Auf meiner DK24 verwende ich die Staggered-Version derselben Mechaniken und kann so vollständig auf Stringtrees verzichten.
Trotzdem funktioniert die Non-Staggered-Ausführung auf dieser Gitarre absolut problemlos. Was mich besonders begeistert hat, war die Passgenauigkeit. Die kleinen Positionierungsstifte der Mechaniken passen exakt in die vorhandenen Bohrungen der Charvel-Kopfplatte. Es mussten keinerlei Adapter verwendet oder zusätzliche Löcher gebohrt werden. Genau solche Lösungen mag ich besonders. Von außen wirkt der Umbau wie eine serienmäßige Ausstattung und bleibt jederzeit vollständig rückrüstbar. Auch das Ratio-System selbst überzeugt mich bis heute. Da jede Saite eine individuell angepasste Übersetzung besitzt, fühlen sich sämtliche Mechaniken beim Stimmen nahezu identisch an. Gerade beim Feinstimmen ist das ein echter Komfortgewinn.
Graph Tech TUSQ String Tree
Der serienmäßige Saitenniederhalter funktionierte grundsätzlich problemlos. Trotzdem habe ich ihn gegen einen TUSQ-String-Tree von Graph Tech ersetzt. Optisch gefällt mir diese Lösung deutlich besser und auch funktional gibt es nichts auszusetzen. Die Stimmstabilität ist ausgezeichnet. Perspektivisch möchte ich allerdings noch das neue Modell ausprobieren, das gleich drei Saiten führt. Da ohnehin nur die unumsponnenen Saiten zusätzlichen Anpressdruck benötigen, erscheint mir diese Lösung noch eleganter.
Knochensattel
Der originale Sattel wurde im Zuge der PLEK-Bearbeitung durch einen Knochensattel ersetzt. Knochen gehört seit Jahrzehnten zu den bewährtesten Materialien im Gitarrenbau und wird nicht ohne Grund auch heute noch bei vielen hochwertigen Instrumenten verwendet. Das Material ist langlebig, lässt sich präzise bearbeiten und sorgt bei sauberer Fertigung für eine zuverlässige Stimmstabilität und ein angenehmes Spielgefühl. Ob ein Knochensattel klanglich hörbare Vorteile gegenüber modernen Materialien wie Graph Tech TUSQ bietet, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Nach meinen eigenen Erfahrungen spielen dabei vor allem die präzise Fertigung und eine saubere Anpassung eine Rolle – deutlich mehr als das verwendete Material selbst. Für mich war deshalb nicht der Wunsch nach einem bestimmten "Vintage-Material" ausschlaggebend, sondern die Möglichkeit, im Rahmen der PLEK-Bearbeitung einen perfekt angepassten Sattel zu erhalten. Zusammen mit der professionellen Bundbearbeitung trägt er wesentlich dazu bei, dass sich die Gitarre heute ausgesprochen präzise spielt und auch bei intensivem Einsatz zuverlässig stimmstabil bleibt.
Das Tremolo
Auch das serienmäßige Tremolo gehört zu den Komponenten, mit denen ich grundsätzlich sehr zufrieden bin. Charvel verbaut hier ein hochwertiges Zwei-Punkt-Tremolo, das sauber arbeitet, stimmstabil ist und sich angenehm bedienen lässt. Das eigentliche Problem saß also – wie so oft – nicht an der Hardware, sondern vor der Gitarre. Ich nutze Tremolos schlicht kaum. Rund neunzig Prozent meiner Gitarren besitzen feste Brücken. Ich mag das direkte Spielgefühl einer Hardtail-Gitarre und bevorzuge einen möglichst konstanten Widerstand beim Anschlag. Deshalb habe ich das Tremolo mit insgesamt vier Federn ausgestattet und so eingestellt, dass es sich nur noch minimal bewegen lässt. Dadurch fühlt sich die Brücke wesentlich stabiler an. Unbeabsichtigte Verstimmungen durch Handauflage gehören praktisch der Vergangenheit an und trotzdem bleibt die Tremolo-Funktion erhalten. Wenn ich sie einmal benötige, ist sie sofort einsatzbereit. Für mich ist das der perfekte Kompromiss zwischen Hardtail und klassischem Tremolo.
KTS Vintage Titan Saddles
Die nächsten Änderungen betrafen die Brücke selbst. Hier habe ich mich für Vintage-Saitenreiter aus Titan von KTS entschieden. Dieses Upgrade hatte allerdings einen ganz anderen Hintergrund als viele meiner bisherigen Umbauten. Hier ging es mir in erster Linie um die Optik. Die flachen Vintage-Sättel passen für mein Empfinden wesentlich besser zum Gesamtkonzept der Gitarre als moderne massive Blockreiter. Natürlich wird häufig über mögliche klangliche Vorteile von Titan diskutiert. Ob diese Unterschiede tatsächlich hörbar sind, darf jeder selbst beurteilen. Für mich stand eindeutig die klassische Vintage-Optik im Vordergrund.
Die Elektronik
Elektrisch hatte Charvel bereits hervorragende Vorarbeit geleistet. Die Kombination aus 500-kΩ-Potis und Super Switch gefällt mir ausgesprochen gut. Deshalb bestand mein Ziel nie darin, das komplette Konzept zu verändern. Ich wollte vielmehr die vorhandenen Möglichkeiten weiter ausbauen. Den serienmäßigen Super Switch habe ich deshalb anhand einer Rockinger-Schaltung umverdrahtet. Die Grundidee blieb erhalten, wurde aber an meine persönlichen Vorstellungen angepasst. Lediglich der Kondensator wurde ebenfalls ersetzt. Dabei handelt es sich um einen Nachbau eines historischen Kondensators. Welcher Typ genau verbaut wurde, werde ich noch ergänzen, sobald ich die Unterlagen noch einmal durchgesehen habe.
Seymour Duncan Bonnie Pickups
Den größten Einfluss auf den Klang hatten schließlich die neuen Pickups. Die Seymour Duncan Bonnie Pickups werden inzwischen leider nicht mehr produziert. Schade, denn für mich gehören sie zu den schönsten Vintage-Strat-Sets, die Seymour Duncan jemals entwickelt hat. Sie besitzen genau die Eigenschaften, die ich gesucht habe. Offene Höhen. Sehr transparente Mitten. Straffe, definierte Bässe. Und vor allem eine enorme Dynamik. Jede Nuance des Anschlags wird unmittelbar umgesetzt. Zusammen mit der besonderen Charvel-Schaltung und dem Hendrix-Style Bridge-Pickup entsteht dadurch ein Instrument, das mich klanglich immer wieder an hervorragende alte Stratocaster erinnert. Gleichzeitig wirkt die Gitarre aber nie empfindlich oder schwierig. Sie verbindet den Charakter klassischer Instrumente mit der Zuverlässigkeit moderner Fertigung. Und genau das war von Anfang an mein Ziel.
Natürlich gibt es auch gute Alternativen von zum Beispiel Häussel, Bare Knuckle und natürlich auch von Seymour Duncan selbst.
Fazit
Die Charvel Pro-Mod DK22 SSS war bereits im Werkszustand eine außergewöhnlich gute Gitarre. Eigentlich besitzt sie schon alles, was man sich von einer modernen Strat wünschen kann. Der hervorragend spielbare Roasted-Maple-Hals. Die matte Oberfläche. Das geringe Gewicht. Der kompakte Dinky-Korpus. Das Compound-Griffbrett. Die leuchtenden Side Dots. Die moderne Elektronik mit 500-kΩ-Potis und Super Switch. Und natürlich der im Hendrix-Stil angewinkelte Bridge-Pickup, der letztlich sogar der Hauptgrund dafür war, dass ich mich überhaupt für dieses Modell entschieden habe. Durch die zahlreichen, sorgfältig ausgewählten Umbauten ist daraus für mich jedoch etwas ganz Besonderes entstanden. Eine Gitarre, die den offenen, dynamischen Charakter hervorragender Vintage-Strats besitzt, dabei aber sämtliche Vorzüge moderner Gitarren beibehält. Sie spielt sich leichter. Sie ist zuverlässiger. Sie bleibt stimmstabil. Sie funktioniert auch auf dunklen Bühnen hervorragend. Und sie fühlt sich einfach jederzeit vertraut an. Besonders wichtig ist mir dabei, dass keine der Veränderungen wie ein Selbstzweck wirkt. Die Gitarre sollte nie zu einer Sammlung möglichst teurer Einzelteile werden. Sie sollte sich wie ein stimmiges Gesamtkonzept anfühlen. Und genau das ist aus meiner Sicht gelungen. Heute greife ich immer wieder zu dieser DK22, obwohl ich zahlreiche andere Gitarren besitze. Nicht, weil sie die teuerste oder exklusivste wäre. Sondern weil sie genau das verkörpert, was ich persönlich unter einer modernen Stratocaster verstehe. Sie verbindet Tradition und Innovation auf eine Weise, die für mich außergewöhnlich gut funktioniert.